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Seit 1979 bin ich Mitglied der UWG und seit diesen Anfängen der Unabhängigen- Wähler- Gruppe auch Mitglied des Ahauser Rates. Gegründet haben wir 1979 die UWG, als sich ankündigte, dass Ahaus die Atom- Müllhalde der Nation werden sollte. Die Anfangserfolge waren dann auch überraschend hoch und da die CDU nur noch eine Stimme über 50% lag, ergaben sich in der Folge scharfe und stetige konträre Auseinandersetzungen im Rat. Gerichtsverfahren, die zwischen dem damaligen Stadtdirektor und der UWG ausgefochten wurden, endeten zu Gunsten unser Fraktion. Im Laufe der nun folgenden Jahre flachte der Zuspruch zur UWG ein wenig ab ( der Slogan “Einpunkte-Partei” wurde von Gegnern als stetige Diffamierung wirksam), so dass es sich als äusserst wichtig erwies, die Öffentlichkeit auf unser zusätzliches Programm aufmerksam zu machen. Im Ortsteil Alstätte war das unter anderem der Einsatz für das Dorfparlament, dessen Konzeption oben dargestellt ist. |
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Das Ergebnis der letzten Kommunalwahl erbrachte für unsere Gruppe die gleiche Anzahl von Mandaten wie bei den vorherigen Wahlen (1999). Das war zwar weniger als wir erhofft hatten, doch da sich bei den letzten beiden Wahlen zunächst WGW und Grüne und heuer die FDP als Mitbewerber stellten, war unser Abschneiden letztendlich zufriedenstellend. Die Mehrheit der CDU wäre im Citybereich seit langem gebrochen und nur den Ortsteilen verdankt die Mehrheitsfraktion noch ihren jetzigen Vorsprung. |
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Auch in dem unten stehenden Interview, das einige Schülerinnen anlässlich eines Referates mit mir führten, versuche ich Intention und Ziele unserer Wählergruppe darzulegen, aber zusätzlich versuche ich, die Motivation und die Verantwortung des Einzelnen, sich gesellschaftlich zu betätigen, auf den Punkt zu bringen. |
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Interview
Goerke: Ich hoffe, dass ich euch mit meinen Antworten weiterhelfen kann. Eva: Unsere erste Frage lautet: Es gibt Partizipation auf verschiedenen Ebenen. Wir wollen dieses Thema unter dem Aspekt „Teilhabe von Jugendlichen am Prozess der Willensbildung und Entscheidung im Bereich der Politik “ betrachten und stellen daher unsere Fragen von dieser Seite her. Unsere erste Frage lautet ganz allgemein: Sind Ihrer Meinung nach Jugendliche geeignet bzw. fähig, an diesem Prozess teilzunehmen? Goerke: Kinder und Jugendliche kommen mit demokratischen Regeln als erstes in ihren Familien in Berührung. Elterneinsicht oder Macht bestimmt die Art und Weise der Partizipation. Ich nenne hier nur wenige Beispiele:
Diese und viele Fragen mehr können auf unterschiedlichste Weise beantwortet werden. Die letzte Entscheidung liegt meist bei den Eltern, doch wenn sie demokratische Grundsätze gelten lassen, dann legen sie hier die Basis zu der Fähigkeit, nach der ihr gefragt habt. Natürlich kann diese Fähigkeit später durch entsprechende Einübung im Kindergarten und der Schule weiter ausgebildet und auf eine breitere Basis gestellt werden.
Goerke: Alle Parteien haben Jugendorganisationen. Heute müssen aber massive Werbekampagnen durchgeführt werden, um Nachwuchs für diese vorhandenen Jugendorganisationen zu bekommen. Dass hierbei mehr Überredung als eigene Entscheidung vorliegt und damit später das notwendige Engagement oft fehlt, liegt auf der Hand. Daher möchte ich eine Gegenfrage einfügen: Kann die persönliche Entscheidung und Bereitschaft der Jugend für politische Partizipation eurer Meinung nach verstärkt werden? Tanja: Wir hoffen, dass durch unsere Interviews Wege aufgezeigt werden können. - Der Frage nach dem Desinteresse der jungen Generation wollen wir durch eine Umfrage in unserer Klasse auf den Grund gehen. Sehen Sie denn Möglichkeiten, diesen Trend umzukehren und jüngere Menschen für Politik zu begeistern? Goerke: Gerade Kinder und Jugendliche erleben meiner Meinung nach hautnah mit, dass Familien mit Kindern in so manchem Bereich benachteiligt sind. Eltern müssen für jeden Lebensbereich mehr Geld aufbringen, sei es für Wohnung, Kleidung, Nahrung, sei es für Urlaub, Ausbildung oder Freizeit. Eltern erziehen und versorgen Kinder, die später Rentenzahler für die ältere Generation sind, darunter auch die Kinderlosen. Gleiches wird sich für euch, wenn ihr später Kinder habt, wiederholen. Also gilt es jetzt, für mehr Gerechtigkeit für euch selber und eure Familien einzutreten, aber auch für eure zukünftigen Rechte als potentielle Eltern. Einen weiteren Beweggrund für Streben nach politischer Partizipation, der für euch sowohl als zukünftig Verheiratete als auch als Singles gelten müsste, sehe ich in dem notwendigen Einsatz für eine lebenswerte Zukunft. Hier denke ich an das Recht auf Arbeit für Alle oder den Erhalt einer lebenswerten Umwelt im engeren Bereich und im weiteren Rahmen an der Mitgestaltung einer global menschlichen Welt mit weniger Hunger, Krieg und Hass. Martina: Gibt es denn hoffnungsvolle Beispiele dafür, dass man solchen Zielen näherkommen kann? Wir Jugendlichen sind da nämlich recht pessimistisch und meinen, dass trotz allen Einsatzes doch immer alles beim Alten bleiben wird. Goerke: Wenn ich nicht an die Möglichkeit einer Veränderung oder Verbesserung glaubte, würde ich nicht aktiv politisch tätig sein. Ich schweife hier einmal ein wenig ab und erinnere euch an die Wahlfälschung in der Ukraine: Wären die Einwohner dieses Landes nicht massiv politisch tätig geworden und hätten sie nicht durch Wahl und anschliessende Demonstrationen mutig ihre Meinung vertreten, so bliebe bestimmt alles beim alten. Ohne Einsatz und Mut, - auch zum Schwimmen gegen den Strom, - gibt es keine Veränderung oder Verbesserung.
Goerke: Ich möchte hier eine Gesetzesinitiative von einer Anzahl von Bundestagsabgeordneten nennen, die ein „Wahlrecht von Geburt an“ beantragt haben, um durch seine Umsetzung die demographische Entwicklung in Deutschland umzukehren, Gerechtigkeit beim Generationenvertrag zu verwirklichen und den Abbau zahlreicher Probleme und Nachteile für Familien mit Kindern anzustreben. Eltern mit beispielsweise zwei Kindern hätten dann vier Wahlstimmen und damit weit mehr politischen Einfluss als bisher. Dieser Antrag ist durch Abgeordnete auf den Weg gebracht worden, die sich auf Grund eigener Erfahrungen als Kinder und Eltern nach Möglichkeiten für eine gerechtere Welt umgeschaut haben. Solcher Einsatz bedarf der Unterstützung durch euch. Das heisst, dass ihr zumindest die Verpflichtung habt, euch vor einer Wahl über Parteiprogramme zu informieren und nicht irgendeine Partei aus dem Bauch heraus zu wählen, oder sich durch Wahlversprechen und Bevormundung leiten zu lassen. Eva: Gibt es in Ihrer Partei auch politische Vorhaben, die ein politisches Engagement in der UWG für Jugendliche interessant machen? Goerke: Natürlich. Unter unserem Wahlslogan „Bürgerwille hat Vorfahrt“ griffen wir auch zu dieser Kommunalwahl wieder unser Vorhaben auf, den Wählerinnen und Wählern die Vorteile eines Ortsparlamentes vorzustellen, dessen Einrichtung wir hartnäckig verfolgen. Für die Jugend ergäbe sich aus der Einrichtung eines Ortsparlamentes (Bezirksausschusses) der greifbare Vorteil, dass Mitglieder von Jugendorganisationen direkt an Beratungen und Entscheidungen über Angelegenheiten ihres Ortsteiles beteiligt würden. Ich kann mir Politik nicht interessanter vorstellen, als wenn Jung und Alt an einem Tisch sitzen und ihre Gegenwarts- und Zukunftsvorstellungen gemeinsam angehen.Konkret auf Jugendliche abgestimmt ist unsere Forderung nach einem Jugendparlament für Ahaus. Das Wie und Warum dieses Vorhabens wird auf unserer UWG- Internetseite www.uwg-ahaus.de genauer erläutert. Ich habe diese Seite für euch kopiert und stelle sie euch zur Verfügung. Tanja: Welche Aufgabengebiete ergäben sich Ihrer Meinung nach in einem Dorfparlament unter anderem für Jugendliche? Goerke: Umfassend kann ich die natürlich nicht aufzählen. Doch wenn ich bei den grundlegenden Interessen Jugendlicher beginne, so muss ich wohl den Freizeit- und Sportbereich an erster Stelle nennen, wie da wären Einrichtung von Sport- und Begegnungsstätten und Unterstützung der Vereinsarbeit. Gerade Jugendliche könnten bei den Beratungen im Ortsparlament auf Mängel und Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam machen. –Als zweites kämen meiner Ansicht nach dort die schulischen und beruflichen Fördermöglichkeiten auf die Tagesordnung. Im Verlauf dieser Beratungspunkte müsste beantwortet werden, was auf diesen Gebieten an Information und konkreter Hilfe geleistet werden kann. Natürlich müssten sich die Jugendvertreter auch für die Belange der Familien einsetzen. Ich denke hier an Begünstigungen für kinderreiche Familien bei kostenträchtigen Veranstaltungen und/oder der Weiterbildung z.B. mittels Familienrabatten. Martina: Wenn man hört, wie zahlreich und interessant die Möglichkeiten für eine politische Partizipation der jungen Generation sein könnten, dann muss man sich eigentlich wundern, dass nicht weitaus mehr Jugendliche diese Gelegenheit aufgreifen wollen.
Eva: Herr Goerke, wir bedanken uns für das Interview.
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Mitstreiterinnen und Mitstreiter |
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